Lexikon

Hier finden Sie ein Lexikon über wichtige Begriffe aus der Psychotherapie und Psychiatrie. Diese Begriffe könnten Ihnen im Zusammenhang mit Behandlungen bei Psychotherapeut:innen und in Psychiatrien begegnen. Die Angaben sind rein informativ und stellen keine medizinische Beratung dar. Bei Fragen wenden Sie sich an ihr Behandlungsteam, ihre Therapeut:in oder Hausarzt.

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Lexikon A

Merkmale

Personen mit einer abhängigen Persönlichkeitsstörung zeigen ein weitreichendes und extremes Bedürfnis nach Fürsorge. Dieses bringt unterwürfiges und anklammerndes Verhalten sowie Angst vor Trennung mit sich. Da sie der festen Überzeugung sind, dass sie ohne die Hilfe von anderen nicht lebensfähig wären, zielt ihr Verhalten darauf ab, bei nahestehenden Personen prosoziale Handlungen und Unterstützung auszulösen. So verlassen sich abhängige Personen auf die Entscheidungen, den Rat und die Bestätigung anderer, nehmen sich zurück und geben die Verantwortung und Initiative für wichtige Lebensbereiche und alltägliche Angelegenheiten an andere ab. Ihr Bedürfnis nach Hilfe und Unterstützung geht somit weit über das hinaus, was für ihr Alter und die Situation angemessen wäre.

Damit Personen mit einer abhängigen Persönlichkeitsstörung die für sie lebenswichtige Unterstützung und Zustimmung nicht verlieren, äußern sie nur ungern ihre eigene Meinung und stimmen lieber etwas zu, hinter dem sie nicht stehen. Abhängige Personen sind sogar bereit Tätigkeiten zu übernehmen, die ihnen unangenehm oder für sie unzumutbar sind. Die unbegründete Angst führt nicht selten dazu, dass die Betroffenen äußerst unausgeglichene Beziehungen eingehen und sogar verbalen, körperlichen oder sexuellen Missbrauch an sich zulassen.

Folgen

Aus ihrem mangelnden Selbstvertrauen und niedrigem Selbstbewusstsein heraus sind abhängige Personen der festen Überzeugung, Aufgaben nicht selbst beginnen und/oder alleine durchführen zu können. Sie stellen sich als unbeholfen dar und erlangen durch ihr passives Verhalten nicht die Kompetenz, Tätigkeiten selbstständig auszuüben. Personen mit einer abhängigen Persönlichkeitsstörung sind nicht gerne alleine. Ihnen fällt es auch nicht schwer mit anderen Menschen in Beziehung zu treten bzw. Beziehungen aufzubauen. Wird allerdings eine Beziehung beendet, dann sind sie am Boden zerstört und versuchen so schnell wie möglich einen Ersatz zu finden. Charakteristisch für eine abhängige Persönlichkeitsstörung sind außerdem ein starker Pessimismus und Selbstzweifel. Missbilligungen und Kritik werden als Beweis für die eigene Unzulänglichkeit gesehen. Wird von abhängigen Personen im Beruf Selbstständigkeit verlangt, dann kann auch hier die Leistungsfähigkeit in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die abhängige Persönlichkeitsstörung tritt oftmals gemeinsam mit einer Borderline, ängstlich-vermeidenden oder histrionischen Persönlichkeitsstörung auf. Außerdem können Betroffene zusätzlich an einer affektiven (Depression) oder einer Angststörung (z.B. Spezifische Phobie) leiden.

Weitere Informationen zu den verschiedenen psychischen Erkrankungen finden Sie im Wissenbereich auf psycheplus.

Verlauf

psycheplus liegen keine fundierten Beschreibungen zum Verlauf der abhängigen Persönlichkeitsstörung vor.

Zahlen

Schätzungen zufolge beläuft sich die Prävalenz für die abhängige Persönlichkeitsstörung auf ca. 2% in der Allgemeinbevölkerung. In psychiatrischen Kliniken wird sie am häufigsten von allen Persönlichkeitsstörungen diagnostiziert.

In der Allgemeinbevölkerung sind Männer genauso häufig von der abhängigen Persönlichkeitsstörung betroffen wie Frauen. Laut neueren Studien scheint bei der Störung eine geschlechtsspezifische Prädisposition vorzuliegen. Man fand heraus, dass die Verwandten von männlichen Betroffenen häufiger an einer Depression litten, wohingegen die Verwandten der weiblichen Betroffenen häufiger eine Panikstörung aufwiesen. In klinischen Populationen sind Frauen häufiger von der abhängigen Persönlichkeitsstörung betroffen.

Subtypen

Bei dem Störungsbild der abhängigen Persönlichkeitsstörung werden keine Subtypen unterschieden.

Therapie

Personen, die unter einer abhängigen Persönlichkeitsstörung leiden, beteiligen sich nur ungern aktiv am Therapiegeschehen und verlassen sich für den Erfolg der Behandlung voll und ganz auf den Therapeuten. Dieser versucht deshalb den Patienten in die Lage zu versetzen, dass er Verantwortung für sich selbst übernehmen kann. Da Personen mit einer abhängigen Persönlichkeitsstörung oftmals auch einen Partner haben, der hilft, die charakteristischen Verhaltensweisen des Betroffenen aufrecht zu erhalten, kann es auch vorkommen, dass beide in die Therapie gebeten werden. Dabei können Patient und Partner gemeinsam oder auch getrennt voneinander therapiert werden. Der Partner soll schließlich lernen, das anklammernde Verhalten des Patienten nicht weiter direkt oder indirekt zu verstärken und zu bestätigen.

Des Weiteren widmen sich die einzelnen Therapieverfahren verstärkt unterschiedlichen Aspekten der abhängigen Persönlichkeitsstörung. So konzentriert sich die Psychoanalyse darauf, dass und inwieweit der Patient seine Abhängigkeitsbedürfnisse auf den Therapeuten überträgt.

In der kognitiven Verhaltenstherapie versucht man bei abhängigen Personen, die tiefverwurzelte Überzeugung der eigenen Hilflosigkeit und Unzulänglichkeit zu hinterfragen und positiv zu verändern. Ergänzend können auch Selbstsicherheitstrainings eingesetzt werden.

Im Rahmen einer Gruppentherapie können Personen mit einer abhängigen Persönlichkeitsstörung sich mit Gleichgesinnten austauschen und gemeinsam Problemlösefähigkeiten erlernen, die ihnen zu mehr Selbstvertrauen verhelfen.

Merkmale

Das charakteristische Merkmal beim Abhängigkeitssyndrom ist ein starker Wunsch, eine Abhängigkeit oder eine Art Zwang psychotrope Substanzen zu sich zu nehmen – das sogenannte „craving“.

Ein weiteres Merkmal der körperlichen Abhängigkeit ist das Entzugssyndrom. Dabei treten nach Beendigung oder Reduzierung des Konsums je nach Art der Substanz und Dauer des Konsums verschiedene körperliche und psychische Symptome auf. Beim Alkoholentzug treten, ähnlich wie beim Entzug von Sedativa oder Hypnotika, vegetative Hyperaktivität (z.B. Schwitzen oder erhöhter Puls), Zittern der Hände, Schlaflosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen, psychomotorische Unruhe, Angst, Krampfanfälle sowie vorübergehende Halluzinationen oder Illusionen jeder Sinnesmodalität auf. Der Nikotinentzug ist durch depressive oder gereizte Stimmung, Ärger, Angst, Schlaflosigkeit, Konzentrationsprobleme und Ablenkbarkeit, das Gefühl von innerer Unruhe, verminderter Herzfrequenz sowie gesteigerten Appetit oder Gewichtszunahme gekennzeichnet. Bei einer Abhängigkeit von anderen Substanzen, wie z.B. Kokain oder Halluzinogenen, findet man weniger offensichtliche bzw. keine deutlichen Entzugssymptome.

Folgen

Als Folge wiederholten Substanzkonsums kann eine Toleranzenzwicklung entstehen, d.h. der Betroffene braucht immer höhere Dosierungen bzw. stärkere Substanzen, um die erwünschte Wirkung hervorzurufen bzw. erlebt er bei gleichbleibender Dosis nur noch einen deutlich geringeren Effekt. Bei einigen Substanzklassen (z.B. Opiaten und Stimulanzien) kann die Toleranzentwicklung so erheblich sein, dass die konsumierten Mengen ansonsten tödlich wären.

Neben der Toleranzentwicklung und dem Entzugssyndrom (die nicht hinreichend für eine Diagnose sind), treten eine Reihe weiterer psychischer und verhaltensbezogener Phänomene im Rahmen eines Abhängigkeitssyndroms auf. So kommt es häufig vor, dass der Betroffene die Kontrolle darüber verliert, wann er mit dem Konsum beginnt, wann er aufhört oder wie viel er konsumiert. Beispielsweise beginnt der Betroffene bereits morgens oder tagsüber zu trinken, verlässt regelmäßig als Letzter die Kneipe oder trinkt bis hin zu einer schweren Intoxikation, obwohl er sich vorgenommen hatte nur ein Glas zu trinken.

Desweiteren vernachlässigen Betroffene meist immer mehr ihre Interessen, sowie familiäre, berufliche oder Freizeitaktivitäten oder geben diese zugunsten des Substanzkonsums ganz auf. Die Beschaffung, der Konsum selbst und die Erholung von den Folgen nehmen immer mehr Zeit in Anspruch. Der Konsum wird so zum Mittelpunkt des Lebens, um den alle Alltagsaktivitäten kreisen.

Betroffene scheitern daran den Substanzkonsum zu beenden, obwohl ihnen bewusst ist, dass der Konsum deutliche psychische oder körperliche Folgeprobleme, wie depressive Verstimmung, Organschäden, Hepatitis oder kognitive Beeinträchtigungen, mit sich bringt.

Ein Abhängigkeitssyndrom tritt häufig in Kombination mit Angststörungen, Depression, Anpassungsstörungen sowie Persönlichkeitsstörungen und Psychosen auf.

Weitere Informationen zu den verschiedenen psychischen Erkrankungen finden Sie im Bereich Wissen auf psycheplus.

Verlauf

Die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit wird häufig durch ein Phasenmodell beschrieben. Eine Abhängigkeit kann, muss sich aber nicht, analog zu diesen Phasen entwickeln.

In der ersten Phase kommt es zunächst zum ersten Kontakt mit dem Suchtmittel und zu immer häufigerem Konsum, um angenehme Gefühle oder Erleichterung herbeizuführen bzw. unangenehme Gefühle auszuschalten.

In der zweiten Phase kommt es zu einer Gewöhnung an den Konsum. Der Betroffenen erlebt Stimmungsschwankungen und versucht immer wieder abstinent zu bleiben. Gegenüber der Umwelt reagiert er ausweichend oder leugnet die Problematik. Erste körperliche Folgen sowie Gedächtnislücken stellen sich bereits ein. Das Konsumverhalten geht daraufhin oftmals in einen chronischen Verlauf über.

In der dritten Phase verliert der Betroffene die Kontrolle über seinen Konsum. Die typischen Merkmale der Abhängigkeit bestimmen das Leben und es treten deutliche körperliche Folgeschäden sowie soziale und psychische Beeinträchtigungen auf. Von einer Abhängigkeit spricht man erst in dieser dritten Phase.

Die vierte Phase ist gekennzeichnet durch tagelange Rauschzustände und morgendliche Entzugserscheinungen, die erst nach erneutem Konsum verschwinden. Es kommt zu Delirien, Alkoholpsychosen oder auch zu komatösen Zuständen. Ein Ausstieg erfordert meist eine therapeutische Behandlung, den festen Willen des Betroffenen und eine hohe Frustrationstoleranz, da der Ausstieg oft durch Rückschläge gekennzeichnet ist. Bleibt die Alkoholabhängigkeit bestehen, entwickeln sich schwere Organschäden (z.B. Leberzirrhose) und Hirnabbauprozesse, die zum Tod führen können.

Frauen sind meist älter, wenn Sie zu trinken beginnen, rutschen aber schneller in eine Abhängigkeit und auch die körperlichen Folgeschäden treten bei Frauen schneller auf als bei Männern.

Zahlen

Die Prävalenzraten beim Abhängigkeitssyndrom unterscheiden sich erheblich zwischen den verschiedenen Substanzklassen. In den Vereinigten Staaten und Europa leiden 10-20% der Männer und 5-10% der Frauen irgendwann in ihrem Leben an einer Alkoholabhängigkeit. Nach aktuellen Schätzungen gibt es zwischen 1,3 und 2,5 Millionen alkoholabhängige Menschen in Deutschland, davon 30% Frauen.

Die 12-Monats-Prävalenz des Konsums von Cannabis liegt bei ca. 5%, von Kokain bei 0,8% und von Amphetaminen bei 0,7%. Schätzungen zu substanzbezogenen Störungen liegen bei knapp über 1% für Cannabisabhängigkeit und guten 6% für Nikotinabhängigkeit.

Subtypen

Die Störungen durch psychotrope Substanzen (akute Intoxikation, schädlicher Gebrauch, Abhängigkeit, Entzugssyndrom, Entzugssyndrom mit Delir, psychotische Störung und amnestisches Syndrom) können sich auf verschiedene Substanzen bzw. Substanzklassen beziehen.

Dazu gehören Störungen durch:

  • Alkohol
  • Opioide (wie Codein, Heroin, Methadon, Morphin)
  • Cannabinoide (Cannabis, Marihuana, Haschisch, Haschischöl)
  • Sedativa oder Hypnotika (v.a. Benzodiazepine)
  • Kokain
  • andere Stimulanzien wie Amphetamin, Ecstasy, aber auch Koffein
  • Halluzinogene wie LSD, Meskalin und Psilocybin
  • Tabak
  • flüchtige Lösungsmittel
  • multiplen Substanzmissbrauch und Konsum anderer psychotroper Substanzen

Therapien Abhängigkeitssyndrom

Die Therapie einer Abhängigkeitserkrankung besteht meist aus einer Kombination von medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung.

Die Behandlung gliedert sich in die Kontakt- und Motivationsphase, die Entgiftungsphase (körperlicher Entzug), die Entwöhnungsbehandlung, die Nachsorge- und Rehabilitationsphase und die Rückfall-Vorbeugung.

In der Suchttherapie gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten, wobei sich besonders verhaltenstherapeutische Methoden bewährt haben. Mit kognitiven Verfahren sollen typische Gedanken, Gefühle und Verhalten bei einer Person mit einer Abhängigkeitsproblemen und Suchtverhalten identifiziert werden, die zu Rückfällen, Suchtverhalten und anderem unerwünschten Verhalten führen. Der Therapeut versucht dabei gemeinsam mit dem Patienten, neue Verhaltensweisen einzuüben, die dem Betroffenen dabei helfen, einen Rückfall zu vermeiden. Der Betroffene lernt so, mit dem starken Konsumdrang umzugehen. Neben der Verhaltensänderung stehen auch die zugrundeliegenden Emotionen im Fokus der Therapie, da Betroffene mit dem Substanzkonsum häufig unerwünschte Gefühle unterdrücken oder betäuben wollen (u.a. Frustrationen, Ärger, Überforderung, Minderwertigkeitsgefühle).

Neben der Verhaltenstherapie können tiefenpsychologische Psychotherapien, Gruppentherapien, Familientherapien oder Selbsthilfegruppen bei einem Abhängigkeitssyndrom zum Einsatz kommen. Die Therapie kann ambulant erfolgen oder in Kliniken, die sich auf Abhängigkeitserkrankungen spezialisiert haben. Dort gibt es spezielle multimodale Therapieprogramme. So kann z.B. erst in einer Klinik die Entgiftung (Detoxifikation) und körperliche Stabilisierung bei gleichzeitiger medikamentöser Behandlung erfolgen und dann eine Entwöhnungstherapie mit dem Ziel der langfristigen Problembewältigung und Stabilisierung eingeleitet werden.

Die Adoleszenz bezeichnet das Jugendalter, also den Zeitraum zwischen später Kindheit und Erwachsensein.

Merkmale

Das wesentliche Merkmal der akuten Belastungsreaktion ist eine vorübergehende, schwere psychische Beeinträchtigung, die in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit einem besonders belastenden Ereignis auftritt. Das auslösende Ereignis kann ein traumatisierendes Erlebnis sein, bei dem man selbst einer Bedrohung ausgesetzt ist oder aber eine Gefährdung anderer Personen beobachtet. Dies kann beispielsweise eine Naturkatastrophe, ein Unfall, eine Vergewaltigung oder ein Verbrechen sein. Aber auch Ereignisse wie der plötzliche Verlust der sozialen Stellung oder des Beziehungsnetzes (z.B. Todesfälle in der Familie) können eine akute Belastungsreaktion auslösen.

Das Risiko mit einer akuten Belastungsreaktion auf ein traumatisierendes Ereignis zu reagieren ist von Person zu Person unterschiedlich. Nicht bei allen Personen lässt sich nach einem traumatischen Ereignis eine starke psychische Beeinträchtigung beobachten. Die Schwere, Dauer und Nähe der Person bei der Konfrontation mit dem traumatischen Ereignis, sowie die zur Verfügung stehenden Bewältigungsmechanismen und die individuelle Vulnerabilität, spielen beim Auftreten und der Schwere der akuten Belastungsreaktion eine wesentliche Rolle. Zusätzliche Risikofaktoren können eine gleichzeitige körperliche Erschöpfung und organische Beeinträchtigungen (z.B. bei älteren Leuten) sein.

Unterschiedliche Symptome

Es können sehr unterschiedliche Symptome beobachtet werden. Typischerweise beginnen sie mit einem Gefühl von „Betäubung“ und Empfindungslosigkeit. Des Weiteren kann eine Beeinträchtigung des Bewusstseins und der Aufmerksamkeit auftreten, es können keine Reize verarbeitet werden und die betroffene Person kann desorientiert sein. Danach tritt ein sehr wechselndes Bild auf, häufig sind depressive Symptome, Angst, Ärger, Verzweiflung und Aggressionen. Keines der Symptome ist längere Zeit vorherrschend. Manche Personen reagieren mit starken Rückzugstendenzen (bis hin zu einem dissoziativer Stupor), andere mit Überaktivität und Unruhe (bis hin zu einer Fluchtreaktion oder dissoziativen Fugue). Begleitet wird dieser Zustand von charakteristischen Angstsymptomen wie Herzrasen, Schwitzen, Erröten und Übelkeit. Es kommt vor, dass sich Betroffene nicht oder nur teilweise an das Trauma erinnern können (dissoziative Amnesie). Häufig leiden Betroffene an Schuldgefühlen überlebt zu haben oder nicht genug geholfen zu haben, wenn bei dem traumatischen Ereignis Menschen zu Tode gekommen sind.

Weitere Informationen zu den verschiedenen psychischen Erkrankungen finden Sie im Bereich Wissen.

Verlauf

Bei der akuten Belastungsreaktion treten die Beschwerden meist innerhalb von Minuten nach dem traumatisierenden Erlebnis auf, beginnen nach 24-48 Stunden abzuklingen und sind gewöhnlich nach drei Tagen kaum noch vorhanden. Eine akute Belastungsreaktion hat keinen Krankheitswert und wird oft als normale Reaktion auf eine außergewöhnlich schwere psychische Belastung verstanden.

Bei der Belastungsstörung dauern die Symptome bis zu vier Wochen an. Zusätzlich zu den akuten Angstsymptomen wird das Trauma in der Erinnerung, in Träumen oder Nachhallerinnerungen ständig wiedererlebt und in Folge dessen werden alle Reize, die an das Trauma erinnern könnten, vermieden. Außerdem treten Symptome von Übererregbarkeit auf, wie z.B. Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und motorische Unruhe.

Wenn die Symptome länger als vier Wochen anhalten, kann eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert werden. Ca. 80% der Personen, die nach einem Autounfall oder Gewaltverbrechen eine akute Belastungsstörung zeigten, entwickelten nachfolgend eine Posttraumatische Belastungsstörung.

Zahlen

Es gibt nur wenige Studien über die Prävalenz der akuten Belastungsstörung. Es wird angegeben, dass zwischen 14% und 33% aller Personen nach einem schweren Trauma eine Belastungsstörung zeigen.

Subtypen

Bei diesem Störungsbild werden keine Subtypen unterschieden.

Therapie

Die psychische Beeinträchtigung nach einem traumatischen Ereignis wird oft als normale Reaktion auf eine außergewöhnlich schwere Belastung gewertet und ist in der Regel nicht therapiebedürftig. Die Notfallseelsorge und Notfallpsychologen beraten und stützen Betroffene (Opfer, Angehörige, Beteiligte, Helfer) in Krisensituationen. Diese Unterstützung kann es den Betroffenen erleichtern die traumatischen Eindrücke und Erlebnisse zu verarbeiten.

Eine Krisenintervention erfolgt in mehreren und aufeinander aufbauenden Schritten. Dazu gehört es zunächst, den Anlass bzw. den Auslöser der Krise zu verstehen und eine gemeinsame Krisendefinition zu erarbeiten. In weiteren Schritten sollen die Gefühle ausgedrückt werden, Bewältigungsstrategien reaktiviert bzw. Ressourcen gestärkt werden, eine Konfrontation mit der Realität stattfinden, nach neuen Lösungen gesucht werden und abschließend Bilanz gezogen werden. Gehen die Symptome innerhalb der ersten Wochen nach dem Trauma nicht zurück, bzw. treten mit zeitlicher Verzögerung Symptome wie das Wiedererleben des Traumas auf, ist es ratsam von professioneller Seite zu prüfen, ob eine posttraumatische Belastungsstörung vorliegt.

Merkmale

Das zentrale Merkmal der Agoraphobie ist nicht nur die Angst vor großen Plätzen („agora“= griechisch für Marktplatz), sondern kann sich auf jegliche Situationen beziehen, in denen sich der Betroffene außerhalb seiner gewohnten Umgebung befindet. Die Betroffenen befürchten, in eine problematische Situation zu geraten und keine sofortige Hilfe zu bekommen oder keinen Fluchtweg zur Verfügung zu haben. Die Angst bezieht sich z.B. auf einen plötzlichen Schwindelanfall, Ohnmachtsgefühle oder einen Verlust der Blasen- und Darmkontrolle. In Folge dessen werden bestimmte Situationen von den Betroffenen so gut es geht vermieden. Zu den typischen gemiedenen Situationen bei einer Agoraphobie zählen:

  • Menschenmengen oder öffentliche Plätze
  • Reisen mit weiter Entfernung von zu Hause oder Reisen alleine
  • auf einer Brücke, im Aufzug oder einer Schlange stehen
  • alleine zu Hause sein
  • alleine das Haus verlassen

Folgen

Betroffene einer Agoraphobie umgehen diese Situationen oder Orte meist weitgehend oder können diese nur mit großem Unbehagen oder Angst aushalten. Die Begleitung einer Bezugsperson kann es für den Betroffenen erleichtern, sich der angstauslösenden Situation auszusetzen. Grundsätzlich führt das Vermeidungsverhalten bei einer Agoraphobie jedoch zu erheblichen Einschränkungen in der Lebensführung, z.B. kann die betroffene Person nicht mehr zur Arbeit fahren oder bestimmten Erledigungen und Verpflichtungen nachkommen. In schlimmen Fällen verlassen Betroffene ihr Haus gar nicht mehr, da dies der einzige Ort ist, an dem sie sich sicher fühlen. Den Betroffenen ist zwar bewusst, dass ihre Angst übertrieben und eigentlich unbegründet ist, sie sehen sich jedoch nicht in der Lage ihre Angst zu kontrollieren oder zu überwinden und suchen stattdessen vermehrt nach übermäßiger Sicherheit und Kontrolle.

Zusätzlich können Betroffene einer Agoraphobie an depressiven Symptomen, Zwangssymptomen, sowie einer sozialen Phobie leiden. Diese Symptome beherrschen jedoch nicht das klinische Bild. Bei der Mehrzahl der betroffenen Personen tritt die Agoraphobie in Kombination mit einer Panikstörung auf. Sie erleben dann in der angstauslösenden Situation zusätzlich vegetative Paniksymptome, wie z.B. Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Zittern, Schwitzen, Hitzewallungen, Brustschmerzen, Beklemmungsgefühle, Ohnmachtsgefühle, das Gefühl „nicht wirklich da zu sein“ oder das Gefühl, die Umwelt sei „unwirklich“, sowie die Angst, die Kontrolle zu verlieren oder zu sterben.

Weitere Informationen zu verschiedenene psychischen Erkrankungen finden Sie in der Wissenssektion auf psycheplus.

Verlauf der Agoraphobie

Der Beginn einer Agoraphobie liegt meist im frühen Erwachsenenalter (zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr). Der Verlauf der Erkrankung ist ohne Behandlung meist chronisch. Die Schwere der Symptomatik kann jedoch von Zeit zu Zeit variieren. Die Symptomatik der Agoraphobie verstärkt sich meist dann, wenn belastende Ereignisse oder Lebensumstände auftreten. Häufige Folgeerkrankungen einer Agoraphobie sind Depression, Alkoholkonsum und Medikamentenmissbrauch.

Zahlen

Die Wahrscheinlichkeit im Laufe des Lebens an einer Agoraphobie zu erkranken liegt bei ca. 3- 9%. Frauen erkranken 2-3 mal häufiger als Männer.

Subtypen

Beim Störungsbild der Agoraphobie werden keine Subtypen unterschieden.

Therapien

Bei der Behandlung der Agoraphobie werden bevorzugt verhaltenstherapeutische Methoden eingesetzt. Angewandt werden die Expositions– bzw. Konfrontationstherapie und kognitive Verfahren.

Expositions- bzw. Konfrontationstherapie

Bei der Expositions– bzw. Konfrontationstherapie wird der Patient mit Agoraphobie gezielt der angstauslösenden Situation ausgesetzt, z.B. begibt sich der Patient gemeinsam mit seinem Therapeuten auf einen öffentlichen Platz und verweilt dort so lange, bis die Angst nachlässt. Diese Art der Therapie kann schrittweise  (also ein langsames Herantasten an Situationen, in denen die Angst besonders groß ist) oder durch eine plötzliche und vollkommene Konfrontation (also eine Reizüberflutung durch eine besonders angstbesetzte Situation) erfolgen. Ziel dieser Vorgehensweise ist die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Angst und den entsprechenden Gedanken bei einer Agoraphobie und folglich die Erkenntnis, dass in den angstbesetzten Situationen keine ernsthafte Bedrohung besteht. Wichtig ist, dass das Vermeidungsverhalten des Patienten konsequent unterbunden und er während der Konfrontation nicht abgelenkt wird (z.B. durch Musikhören).

Kognitive Verfahren

Mit den kognitiven Verfahren versucht der Therapeut die eingefahrenen Gedankenmuster des Patienten mit Agoraphobie zu korrigieren. Dem Betroffenen wird verständlich gemacht, welche Gedanken dazu beitragen, dass die Angst entsteht, aufrechterhalten bleibt und sich weiter verstärkt. Die Therapie kann als Einzel- oder Gruppentherapie stattfinden.

Entspannungsverfahren

In Kombination mit verhaltenstherapeutischen Methoden werden häufig Entspannungsverfahren bei der Agoraphobie verwendet, da der Zustand der Entspannung Angstgefühle ausschließt. Die bekanntesten Verfahren sind die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, das Autogene Training, sowie Biofeedback.

Tiefenpsychologische Verfahren

In einer tiefenpsychologisch orientierten Therapie versucht der Therapeut gemeinsam mit dem Patienten herauszufinden, welcher unbewusste Konflikt der Angstsymptomatik bei einer Agoraphobie zugrunde liegt. Häufig lässt sich bei Patienten mit einer Angststörung ein ambivalent erlebter Trennungskonflikt finden. Das bedeutet es bestehen beispielsweise gleichzeitig Abhängigkeitsgefühle und Aggressionen gegenüber der Mutter oder dem Partner. Es kann jedoch auch bei den aufdeckenden Verfahren zunächst wichtig sein, die Angstbewältigungsmöglichkeiten des Patienten zu stärken, bevor die zugrundeliegenden Konflikte bearbeitet werden. Eine tiefenpsychologische Therapie dauert in der Regel länger als eine Verhaltenstherapie. Sie wird bis zu mehrere Jahre kontinuierlich angewandt.

Hypnose

Eine weitere erfolgversprechende Therapiemethode bei einer Agoraphobie ist die Hypnosetherapie. Bei dieser Methode versucht der Therapeut herauszufinden, was die Ursache für das Auftreten der Angst war (z.B. ein traumatisches Ereignis in der Vergangenheit). Oftmals kann der Patient durch die Aufdeckung dieses unbewussten Zusammenhangs die Angst überwinden und sein Vermeidungsverhalten normalisieren.

Merkmale

Das wesentliche Merkmal dieser Störung sind furchterregende, erschreckende Träume mit sehr detaillierter Erinnerung an den Trauminhalt. Die Albträume sind sehr lebhaft und die Inhalte hängen mit Themen der Lebensbedrohung (z.B. Verletzung, Angriff oder Verfolgung) oder der Selbstachtung (z.B. Versagen oder Peinlichkeiten) zusammen. Häufig wiederholen sich dieselben oder ähnliche Themen immer wieder. Die Trauminhalte hängen meist nicht mit aktuellen Themen zusammen, können jedoch aufgrund belastender Lebensumstände oder stressbedingt auftreten. Treten die Albträume nach einem traumatischen Ereignis auf, kann das traumatische Erlebnis in den Albträumen wiedererlebt werden.

Zeitpunkt

Albträume treten fast immer während der Rapid Eye Movement (REM)-Schlafphase auf. REM-Schlafphasen wiederholen sich periodisch während dem Nachtschlaf, weshalb Albträume grundsätzlich zu jeder Zeit während des Schlafes auftreten können. Da die REM-Phasen in der zweiten Nachthälfte normalerweise länger werden und das Träumen intensiver wird, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Albträume auftreten zu späteren Nachtzeiten größer. Während der Albträume treten weder Schreie noch Körperbewegungen auf (wie es beim Pavor Nocturnus der Fall ist). Betroffene sind nach dem Aufwachen schnell wach und orientiert und können sich meist detailliert an den Trauminhalt erinnern. Das Gefühl von Furcht und Angst bereitet oft Schwierigkeiten wieder einzuschlafen.

Folgen

Wiederholt auftretende Albträume verursachen häufig einen deutlichen Leidensdruck bei den Betroffenen. Soziale und berufliche Beeinträchtigungen sind eher weniger erkennbar, es sei denn, der Betroffene vermeidet Schlaf aus Angst vor erneuten Albträumen. Dieser Schlafmangel kann zu Konzentrationsschwierigkeiten, depressiven Symptomen, Ängstlichkeit und erhöhter Reizbarkeit führen, was wiederum negative Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität haben kann.

Ursachen

Bei Erwachsenen mit Albträumen finden sich häufig bestimmte psychische Auffälligkeiten, meist eine Persönlichkeitsstörung. Bei Kindern müssen keine psychischen Auffälligkeiten bestehen, da Albträume bei Kindern meist in einer bestimmten Phase der emotionalen Entwicklung auftreten. Auch die Einnahme von Medikamenten (z.B. Antidepressiva, Benzodiazepine, Neuroleptika) kann zu Albträumen führen. Darüber hinaus kann auch das plötzliche Absetzen von Medikamenten, die den REM-Schlaf unterdrücken (z.B. bestimmte Hypnotika), durch das Wiederansteigen der REM-Phasen zu verstärkten Albträumen führen.

Verlauf und Zeitpunkt Albträume

Albträume beginnen meist zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr und können bei häufigem Auftreten für die Kinder, wie auch für die Eltern, zu einer Belastung werden. Meistens verschwindet die Problematik nach einer gewissen Zeit von alleine wieder. Bei wenigen bleiben die Albträume bis ins Erwachsenenalter bestehen und entwickeln sich zu einer chronischen Schlafstörung. Albträume haben jedoch die Tendenz sich im späteren Lebensalter zu bessern.

Zahlen

Bei Kindern zwischen 3 und 5 Jahren haben bis zu 50% der Kinder so intensive Albträume, dass die Eltern besorgt darüber sind. Auch 50% der Erwachsenen haben gelegentlich einen Albtraum. Häufige Albträume treten bei mindestens 3% der jungen Erwachsenen auf. Genaue Angaben über die Prävalenz sind nicht bekannt. Häufig kommt die Störung mit Albträumen bei Kindern vor, die schweren psychosozialen Belastungsfaktoren ausgesetzt sind. Frauen leiden häufiger an Albträumen (im Verhältnis 2-4:1), wobei man bedenken muss, dass Frauen wahrscheinlich einfach häufiger darüber berichten.

Subtypen

Bei diesem Störungsbild werden keine Subtypen unterschieden.

Therapie

Bei der Therapie von Albträumen kommen verhaltenstherapeutische Methoden zum Einsatz. Da Albträume ein Angstphänomen sind, haben sich dieselben Techniken bewährt, die zur Therapie von Angststörungen verwendet werden. Besonders hilfreich sind Expositions– bzw. Konfrontationstechniken.

Im ersten Schritt soll sich der Patient seiner Angst, die durch die Albträume hervorgerufen wird, bewusst aussetzen. Am günstigsten hat sich ein Traumtagebuch erwiesen, in das der Patient nachts oder morgens seine Albträume niederschreibt. Bei Kindern hat es sich bewährt die Träume zeichnen zu lassen. Nach dieser bewussten Konfrontation mit den eigenen Albträumen soll im zweiten Schritt eine neue Bewältigungsstrategie erlernt werden. Dazu soll sich der Patient einen seiner Albträume vorstellen und sich überlegen, wie er die angstauslösende Situation in seinem Traum bewältigen könnte bzw. welches Ende sein Traum alternativ haben könnte. Der Trauminhalt wird solange verändert, bis er seinen angsteinflößenden Charakter verloren hat. Wichtig ist es jedoch, nicht den Bezug zum ursprünglichen Trauminhalt zu verlieren. Ungünstig sind vermeidende Strategien wie z.B. die Flucht vor einer furchteinflößenden Traumfigur ergreifen.

Günstiger sind aktive Strategien wie z.B. die angstbesetzte Traumfigur ansprechen oder verjagen oder sich Helfer vorstellen, die einen unterstützen. Im dritten Schritt wird die neue Bewältigungsstrategie eingeübt, indem der Patient einmal am Tag den Traum unter Einbeziehung der neuen Strategie möglichst genau und detailliert durchdenkt. Zunächst wird immer wieder derselbe Traum geübt. Danach können weitere Trauminhalte folgen.

Thünker und Pietrowsky (2011) haben eine standardisierte Albtraumtherapie entwickelt, die als ambulante Einzeltherapie zum Einsatz kommt. Die Therapie umfasst acht Sitzungen in einem Zeitraum von 10 Wochen. Die Therapie ist schrittweise nach dem oben beschrieben Prinzip konzipiert und enthält Elemente der Entspannungsverfahren und Imaginationstechniken. Ziel der Therapie ist letztlich die oben beschriebene Traumveränderung.

Wenn die Albträume Teil einer psychischen Störung sind (z.B. Posttraumatische Belastungsstörung), sollte die zugrundeliegende Störung behandelt werden.

Die Amenorrhoe ist das Ausbleiben der Menstruation.

Merkmale

Personen mit einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung zeigen ein durchgängiges Muster von Minderwertigkeitsgefühlen, Gehemmtheit und Übersensibilität gegenüber negativer Beurteilung. Sie ziehen sich sozial zurück und meiden schulische und berufliche, wie auch zwischenmenschliche Aktivitäten, aus Angst von anderen Menschen abgelehnt, zurückgewiesen, bloßgestellt, lächerlich gemacht oder kritisiert zu werden. Da sie ständig darauf bedacht sind, was andere von ihnen denken könnten, bauen ängstlich-vermeidende Personen Freundschaften und Beziehungen zu anderen Menschen nur äußerst schwer auf. Aktivitäten in einer Gruppe werden erst dann unternommen, wenn sich die Betroffenen einer unkritischen Annahme ihrer selbst wirklich sicher sind. Personen mit einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung sind sehr schwer davon zu überzeugen, dass sie so angenommen werden, wie sie sind, da sie schon kleinste Anzeichen von Ablehnung und Kritik wahrnehmen. Auf Grund ihrer großen Angst vor sozialer Bloßstellung, kann ihr Verhalten als eher gehemmt, schüchtern, ruhig und zurückhaltend, aber auch ängstlich und angespannt beschrieben werden.

Ursachen

Die übermäßige Sensibilität gegenüber Kritik und das Gehemmtsein liegen in den starken Minderwertigkeitsgefühlen begründet. Personen mit einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung sind der Meinung, dass sie unattraktiv, anderen unterlegen und sozial unbeholfen sind. Situationen, die ihnen neu sind, machen ihnen zusätzlich Angst, da die Wahrscheinlichkeit, Kritik und Ablehnung zu erfahren, nicht einschätzbar ist. Dieses Bedürfnis nach Absicherung und Gewissheit, dass keine für sie negative Situation eintreten wird, treibt ängstlich-vermeidende Personen in einen äußerst eingeschränkten Lebensstil (Gespräche werden abgesagt, aus Angst in Verlegenheit zu geraten; Ausreden werden erfunden – körperliche Symptome oder andere Probleme – um bestimmten Dingen aus dem Weg zu gehen). Personen mit einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung leben eher isoliert und einsam, sehnen sich aber nach Liebe und Anerkennung und funktionierenden zwischenmenschlichen Beziehungen. Die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung kann mit einer zusätzlichen Persönlichkeitsstörung einhergehen, z.B. der abhängigen, der Borderline oder der paranoiden Persönlichkeitsstörung. Auch können ängstlich-vermeidende Personen unter affektiven (z.B. Depression) oder Angststörungen, z.B. der sozialen Phobie, leiden. Informieren Sie sich über weitere psychische Erkrankungen in der Wissenssektion auf psycheplus.

Verlauf

Im Kleinkindalter können Personen mit einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung bereits Angst vor fremden Menschen und neuen Situationen, sowie scheues und isolierendes Verhalten gezeigt haben. Im Jugendalter setzt sich die extreme Schüchternheit und Selbstunsicherheit in jeglichen sozialen Kontakten und Interaktionen fort. Mit den Jahren kann die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung jedoch langsam an Schwere verlieren. Dennoch sollte bedacht werden, dass zurückhaltendes und schüchternes Verhalten bei Kindern und Jugendlichen noch keinen ausreichenden Hinweis für eine angehende Persönlichkeitsstörung darstellt. Vielmehr gehört auch dieses Verhaltensspektrum zur normalen Entwicklung dazu.

Zahlen

In der Gesamtbevölkerung liegt die Prävalenz der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung Schätzungen zufolge zwischen 0,5% und 1%. In klinischen Populationen befinden sich die Prävalenzschätzungen hingegen bei ca. 10%. Die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung scheint bei Männern häufiger aufzutreten als bei Frauen.

Subtypen

Bei dem Störungsbild der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung werden keine Subtypen unterschieden.

Therapie

Personen mit einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung haben die Hoffnung, in der Therapie endlich die Anerkennung und Zuneigung zu erfahren, die ihnen ansonsten verwehrt bleibt. Im Laufe der Therapie müssen sie jedoch erkennen, dass der Therapeut nicht auf dieses Bedürfnis eingeht. Auf Grund dessen sind sie immer mehr der Meinung, vom Therapeuten zurückgewiesen zu werden und versuchen vermehrt, die Behandlungen zu meiden. In der Therapie wird versucht, dem Verhaltensdrang der ängstlich-vermeidenden Personen so gut es geht entgegenzusteuern. So konzentriert sich z.B. die kognitive Verhaltenstherapie auf die Änderung der tiefsitzenden Überzeugungen, die Steigerung der Toleranz für das emotionale Unbehagen und die Stärkung des Selbstbilds. Der Therapeut trainiert mit dem Patienten soziale Fertigkeiten und konfrontiert ihn immer wieder mit sozialen Situationen, in denen die Fertigkeiten angewendet werden. Dabei kann sich der Patient stets auf die Unterstützung des Therapeuten verlassen. Die Form einer Gruppentherapie kann dazu dienen, die Fertigkeiten in einem geschützten Raum mit Gleichgesinnten zunächst einzuüben. Personen mit einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung empfinden dies als äußerst hilfreich.

Merkmale

Das Hauptmerkmal von Anhaltende Somatoforme Schmerzstörung ist ein schwerer anhaltender Schmerz in irgendeinem Körperteil, der in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Problemen auftritt. Ein medizinischer Krankheitsfaktor kann den Schmerz nicht vollständig erklären. Der Schmerz ist so schwer und quälend, dass er erhebliches Leiden oder Beeinträchtigungen im familiären, sozialen oder beruflichen Bereich mit sich bringt. Der Betroffene täuscht die Beschwerden nicht vor oder erzeugt diese absichtlich, wie bei der vorgetäuschten Störung oder Simulation. Ebenso können die Beschwerden nicht besser durch eine affektive, Angst- oder psychotische Störung erklärt werden.

Beeinträchtigungen

Betroffene haben häufig eine Vielzahl von Beeinträchtigungen in verschiedenen Lebensbereichen, so z.B. die Unfähigkeit in die Arbeit oder die Schule zu gehen, Beziehungsprobleme, einen eingeschränkten Lebensstil, Reduktion der körperlichen Belastbarkeit, Medikamentenmissbrauch und häufige Inanspruchnahme des Gesundheitswesens sowie beträchtliche persönliche Zuwendung und Betreuung. Der Schmerz wird zum Lebensinhalt des Betroffenen und stellt den Hauptfokus für seine Aufmerksamkeit dar. Geht der Schmerz mit einer schweren Depression einher oder mit einer unheilbaren Krankheit wie z.B. Krebs, scheint das Suizidrisiko erhöht zu sein. Chronische Schmerzen hängen häufig mit depressiven Störungen zusammen, während akute Schmerzen (weniger als sechs Monate) häufig mit Angststörungen in Verbindung stehen, wobei diese Störungen der Schmerzstörung vorausgehen können, gleichzeitig bestehen können oder eine Folge der Schmerzstörung sein können. Darüber hinaus geht die Störung oftmals mit Schlafproblemen einher. Weitere Informationen über die verschiedenen psychischen Erkrankungen finden Sie im Bereich Wissen auf psycheplus.

Verlauf

Schmerzen sind ein Symptom das jeder in irgendeiner Form kennt und die meisten akuten Schmerzen vergehen nach relativ kurzer Zeit von selbst. Bezüglich des Beginns der Störung ist die Bandbreite sehr groß, d.h. die Störung kann in sehr jungen Jahren genauso wie im späteren Alter beginnen. Betroffene, die eine psychiatrische Behandlung in Anspruch nehmen, leiden meist schon mehrere Jahre an dem Schmerz. Es scheint die Prognose zu begünstigen, wenn Betroffene trotz der Schmerzen ihre Aktivitäten, wie z.B. ihre Arbeit, aufrechterhalten und die Beschwerden nicht zum zentralen Lebensinhalt werden lassen.

Zahlen

Die somatoforme Schmerzstörung kommt relativ häufig vor. In Deutschland geht man von einer Lebenszeitprävalenz von 12,5% aus. In medizinischen Einrichtungen (Allgemeinarztpraxen, Fachabteilungen, Schmerzambulanz) liegt der Prozentsatz an Patienten mit einer somatoformen Schmerzstörung weit höher, nämlich bei ca. 20-40%. Somatoforme Störungen sind extrem weit verbreitet. In Deutschland erkranken ca. 80% im Laufe ihres Lebens an einer somatoformen Störung. 15% der Bevölkerung sind zum momentanen Zeitpunkt behandlungsbedürftig. Bei Patienten, die in ein Krankenhaus aufgenommen werden, sind ca. 30% von somatoformen Störungen betroffen. Nicht selten bleibt die Störung jedoch unerkannt und somit auch unbehandelt.

Subtypen Anhaltende Somatoforme Schmerzstörung

Man unterscheidet drei Subtypen der Schmerzstörung in Verbindung mit: psychischen Faktoren (Psychische Faktoren spielen die wichtigste Rolle für Beginn, Schweregrad und Aufrechterhaltung der Schmerzen) sowohl psychischen Faktoren wie einem medizinischen Krankheitsfaktor (sowohl psychische Faktoren als auch ein medizinischer Krankheitsfaktor spielen eine Rolle für Beginn, Schweregrad und Aufrechterhaltung der Schmerzen) einem medizinischen Krankheitsfaktor (Die Schmerzen sind auf einen medizinischen Krankheitsfaktor zurückzuführen und es besteht kein enger Zusammenhang zu psychischen Faktoren. Dieser Subtypus wird somit nicht als psychische Störung klassifiziert) Die Dauer der Schmerzen wird in akut (weniger als 6 Monate) und chronisch (6 Monate oder länger) unterschieden.

Therapie

Die Therapie der somatoformen Störungen, wie der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, erfordert ein multimodales Vorgehen, bei dem der Patient umfassend betreut wird. Es gibt z.B. spezialisierte psychosomatische Kliniken, die dem Patienten eine mehrwöchige stationäre Behandlung bieten bei der verschiedene Therapieansätze zum Einsatz kommen. Grundsätzlich ist als erster Schritt der Behandlung eine umfassende Psychoedukation notwendig. Der Patient wird dabei über das Zusammenspiel von körperlichen und seelischen Faktoren und Prozessen aufgeklärt und lernt seine Symptome besser zu erkennen und einzuschätzen. In der Therapie wird gemeinsam mit dem Patienten ein individuelles Erklärungsmodell erarbeitet, das auch die psychischen Komponenten der Schmerzstörung betrachtet. Besonders wichtig ist es, dem Patienten zu vermitteln, dass „psychisch bedingt“ nicht bedeutet, dass sie „verrückt“ oder „geistesgestört“ sind (wie es diese Patientengruppe gerne ausdrückt). Durch verhaltenstherapeutische Maßnahmen soll der Patient einen besseren Umgang mit seinen Beschwerden lernen, negative kognitive Muster verändern, Vermeidungsverhalten (z.B. eingeschränkte Aktivität aufgrund von Schmerzen) reduzieren und seine Ressourcen stärken. In Kombination mit verhaltenstherapeutischen Methoden werden häufig Entspannungsverfahren verwendet. Die bekanntesten Verfahren sind die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, das autogene Training, sowie Biofeedback. In einer tiefenpsychologisch fundierten Therapie liegt der Schwerpunkt auf der Aufarbeitung von traumatisierenden Kindheitserfahrungen, Bindungsproblematiken und seelischen Konflikten, die zur Aufrechterhaltung der Schmerzstörung beitragen. Diese psychotherapeutischen Methoden können mit physikalischer Therapie, Ergotherapie, Bewegungstherapie und Gesundheitsberatung/-training kombiniert werden, wobei das primäre Ziel der Therapie der verbesserte Umgang mit den Schmerzen und eine bessere Funktionsfähigkeit im familiären und beruflichen Bereich sowie eine Linderung der Beschwerden ist.
Merkmale
Personen, die an einer Anorexia Nervosa leiden, versuchen ein Körpergewicht beizubehalten, welches sich deutlich unter dem für ihr Alter und ihre Körpergröße erwarteten Normalgewicht befindet. In der Regel weisen magersüchtige Personen weniger als 85% des Normalgewichts auf. Als alternative und etwas restriktivere Richtlinie dient die Angabe der ICD-10, bei der der Body-Mass-Index (BMI = Körpergewicht in kg/[Körpergröße in m]2) den Wert von 17,5 kg/m2 nicht überschreiten sollte. Bei Jugendlichen in der Wachstumsphase kann die starke Gewichtsabnahme bei einer Anorexia Nervosa dazu führen, dass das alter- und größenspezifische Gewicht auf Grund der Störung gar nicht erst erreicht wird und es dadurch zu Verzögerungen in der körperlichen Entwicklung kommen kann (z.B. verzögerte Menarche, d.h. das verzögerte Auftreten der ersten Regelblutung bei Frauen). Zu beachten ist allerdings, dass eine Gewichtsabweichung von der Norm nicht zwingend mit einer Anorexia Nervosa in Zusammenhang stehen muss. Es sollten immer genetische und medizinische Faktoren, wie auch die individuelle Körperentwicklung bei einer Diagnose berücksichtigt werden.

Diäten

Die häufigste Methode, die bei einer Anorexie eingesetzt wird, um einen Gewichtsverlust herbeizuführen, ist eine strenge Diät, die nur mehr wenige bzw. gar keine Nahrungsmittel erlaubt (restriktive Anorexie). Anorektische Personen greifen jedoch auch zu weiteren gewichtsreduzierenden Maßnahmen, wie z.B. exzessive sportliche Aktivitäten, Medikamentenmissbrauch, z.B. durch die Einnahme von Abführmitteln oder selbstherbeigeführtes Erbrechen (Purging).

Eigene Wahrnehmung

Des Weiteren ist die Wahrnehmung, die das eigene Körperbild betrifft, bei einer Anorexia Nervosa gestört (Körperschema-Störung). Betroffene haben eine enorme Angst davor, zu dick zu werden und reduzieren deshalb die Nahrungsaufnahme auf ein Minimum. Selbst diejenigen, die kaum noch Nahrung bzw. nur ausgewählte kalorienarme Nahrungsmittel zu sich nehmen, haben Angst an Gewicht zuzunehmen und fühlen sich trotz starkem Untergewicht zu dick. Das konsequent einschränkende Verhalten benötigt ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Personen mit Anorexia Nervosa kontrollieren oftmals ihre Körpermaße und Körpergewicht, unter anderem durch häufiges Betrachten im Spiegel und Wiegen. Einen Rückfall in alte bzw. normale Essgewohnheiten empfinden Betroffene als Schwäche und ein Versagen der eigenen Selbstbeherrschung, was zu einem verminderten Selbstwertgefühl beitragen kann.

Folgen

Aufgrund der Fehl- und/oder Unterernährung und dem gelegentlichen Erbrechen oder Missbrauch von Medikamenten bei einer Anorexia Nervosa kann es oftmals zu Störungen oder Fehlfunktionen, wie z.B. einer Nierenunterfunktion, einem extrem niedrigen Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Störungen des Hormonhaushalts (bei Frauen Abfall des Östrogen-Spiegels und bei Männern des Testosteron-Spiegels), niedriger Körpertemperatur, Osteoporose (durch die geringe Kalziumeinnahme, die reduzierte Östrogenausschüttung und die erhöhten Kortisolausschüttung), Mangel an Leukozyten (weißen Blutkörperchen) im Blut, Blutarmut (leichte Anämie), Zahnproblemen (Erbrechen kann zur Erosion des Zahnschmelzes führen), Hypertrophie der Speicheldrüsen und zu auffälligen Veränderungen des Aussehens (rissige und trockene Haut, gelbliche Hautverfärbung, abgemagertes Körperbild, Haarausfall, oder Lanugo-Behaarung am Oberkörper) führen. Bei Frauen, die bereits ihre Periode haben, kann es zu einer Amenorrhoe, d.h. einem Ausbleiben der Menstruationsblutung, kommen. Dies ist ein weiterer Hinweis für die körperlichen Dysfunktionen, die durch eine Anorexia Nervosa entstehen können. Darüber hinaus können anorektische Personen an Kälteempfindlichkeit, Bauchschmerzen und Lethargie leiden. Sie sind häufig depressiv (Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, vermindertes sexuelles Interesse), isolieren sich von ihrem sozialen Umfeld oder haben Angst davor in der Öffentlichkeit oder vor anderen zu essen. Die stetige Gewichtskontrolle kann Formen von Zwangsverhalten aufzeigen (Betroffene werden von Gedanken an Nahrung beherrscht und sammeln Rezepte oder horten Lebensmittel). Betrifft der Kontrollzwang auch weitere Lebensbereiche, nicht nur die Kontrolle des Essens und der Figur, kann zusätzlich eine Zwangsstörung vorliegen. Die Symptome der Anorexia Nervosa beinhaltet ebenfalls rigides Denken oder Perfektionismus. Außerdem sind verschiedene Züge von Persönlichkeitsstörungen möglich.

Verlauf

Beginn
Eine Magersucht beginnt üblicherweise in der Teenagerzeit (14 bis 18 Jahre) und wird nur in den seltensten Fällen vor dem Eintritt der Pubertät beobachtet. Das Durchschnittsalter, in dem eine Anorexia Nervosa festgestellt wird, beträgt derzeit 17 Jahre. Eine Erkrankung ab einem Alter von 40 Jahren ist laut Forschungen eher unwahrscheinlich. Der Mehrzahl der Fälle geht ein traumatisches oder einschneidendes Erlebnis voraus, welches zum Ausbruch der Krankheit führen kann. Dies ist beispielsweise die Trennung der Eltern, ein Todesfall oder eine persönliche Niederlage. Verlaufsstudien haben gezeigt, dass Personen, bei denen die Essstörung nicht vollständig zurückgegangen ist, die Hauptmerkmale einer Anorexie noch weiter in chronischer Form aufweisen.
Fressattacken
Die Wahrscheinlichkeit, dass Betroffene während der ersten 5 Jahre nach dem Beginn einer Anorexia Nervosa Fressattacken (binge-eating-Verhalten) entwickeln ist äußerst hoch. Das Krankheitsbild kann somit häufig in eine Bulimia Nervosa übergehen. Meist sind es nicht die Betroffenen selbst, die Rat und Hilfe suchen oder sich selbst einweisen, sondern das engere familiäre Umfeld. Aufgrund der hohen Selbstdisziplin, die sie aufrechterhalten möchten, gestehen sich diese den Ernst der Lage in der Regel nicht ein und verleugnen meist die Schwere der Problematik. Daher muss bei der Schilderung des Krankheitsverlaufs der Anorexie von Seiten des Betroffenen darauf geachtet werden, dass dessen eigene Wahrnehmung bezüglich der Schwere der Magersucht womöglich verzerrt sein kann.
Störung des Elektrolythaushalts
Kommt es bei der Anorexia Nervosa aufgrund der Unterernährung oder der Weigerung zur Nahrungsaufnahme zu einem Ungleichgewicht des Elektrolythaushalts, kann eine klinische Einweisung in die Notaufnahme dringend erforderlich sein. Ein unausgeglichener Elektrolythaushalt und/oder starker Flüssigkeitsmangel kann zu einem Herzstillstand oder Kreislaufkollaps führen und stellt die häufigste Todesursache bei anorektischen Personen dar. 10% der eingewiesenen Betroffenen sterben an den Folgen der Unterernährung.
Zahlen zur Anorexia Nervosa (Magersucht)
Die Wahrscheinlichkeit, an einer Anorexia Nervosa zu erkranken liegt bei Frauen bei 0,5% bis 1%. Bei Männern beträgt die Prävalenz ca. 0,05%. Das Vorkommen der Essstörung ist in den letzten Jahrzehnten deutlich angestiegen. Am häufigsten kommt die Anorexie bei heranwachsenden Mädchen und Frauen im jungen Erwachsenenalter vor. Heranwachsende Jungen und Männer sind ähnlich wie Kinder vor der Pubertät und Frauen nach den Wechseljahren eher seltener betroffen. Die Häufigkeit der Anorexia Nervosa ist in westlichen Industriegesellschaften am höchsten, was sicher nicht zuletzt an dem durch die Werbung und Modewelt weit verbreiteten Schönheits- und Schlankheitsideal liegt. Leben Personen aus fremden Kulturkreisen, die weniger stark gefährdet sind, in westlichen Ländern, können sich auch deren persönliche Einstellungen zu ihrem Selbstbild negativ verändern und es können sich Symptome einer Anorexia Nervosa ausbilden. Frauen erkranken zu 80% häufiger an Anorexia Nervosa als Männer. Körperliche Folgen der Erkrankung können bei Frauen das Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhoe) sein, bei Männern ein Libido- oder Potenzverlust. Ist die Essstörung bereits vor der Pubertät aufgetreten, dann setzen die einzelnen Stufen der körperlichen Entwicklung verzögert ein oder fallen komplett aus. So kommt es allgemein zu einem Wachstumsstopp und bei den Mädchen zu einer primären Amenorrohoe und einer fehlenden Brustentwicklung, bei Jungen bleiben die Genitalien kindlich. Des Weiteren versuchen anorektische Frauen eher über Diäten und anorektische Männer über übermäßige sportliche Betätigungen eine Gewichtszunahme zu verhindern.

Subtypen

Beim Störungsbild der Anorexia Nervosa werden keine Subtypen unterschieden.

Therapie

Bei der Behandlung der Anorexia Nervosa versuchen Therapeuten zwei wichtige Aspekte abzudecken. Ziel ist es zum einen, das pathologische Essverhalten, welches die Gesundheit der Betroffenen massiv gefährdet, so schnell wie möglich zu verbessern. Zum anderen sollen die psychologischen und situativen Begebenheiten bearbeitet werden, die zu der Essstörung geführt haben und sie aktuell aufrechterhalten. Anorektiker lernen in der Therapie normal zu essen, erlangen allmählich wieder ein gesundes Körpergewicht und erholen sich von ihrer Unterernährung. Die psychischen Veränderungen sind äußerst wichtig, um die Essens- und Gewichtserfolge zu stabilisieren. Die Behandlung kann im Rahmen einer Einzel-, Gruppen- und/oder Familientherapie erfolgen. Zuerst konzentriert man sich darauf das Normalgewicht der magersüchtigen Patienten allmählich wieder zu erreichen und die Essgewohnheiten zu normalisieren.

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie belohnt konsequent richtiges Essen bzw. eine Gewichtszunahme, wohingegen Widerstand bestraft wird. In stationären Therapien wird die Kalorienmenge langsam gesteigert und die Betroffenen werden durch das Pflegepersonal kontinuierlich darüber informiert und unterstützt. Bei akuten Fällen der Anorexia Nervosa besteht nur die Möglichkeit, die Patienten über eine Sonde bzw. intravenös zuernähren. Zudem soll das Selbstbewusstsein und das Autonomieverhalten der anorektischen Patienten aufgebaut werden.

Kognitive Therapie

Die unangepassten Gedanken bezüglich des Essens und des Gewichts bei einer Anorexie werden in einem nächsten Schritt angegangen. Hier hat sich die kognitive Therapie nach Aaron T. Beck als äußerst wirksam gezeigt. Dabei sollen die Patienten sich auf ihre fehlangepassten Annahmen konzentrieren und so versuchen, das verzerrte Bild des eigenen Körpers zu korrigieren.

Familientherapie

Ziel einer Familientherapie ist es, gestörte Verhaltensmuster bezüglich Figur und Gewicht aufzudecken und ändern sowie die Familienmitglieder mit in die Therapie zu involvieren. Nach einer erfolgreichen Therapie der Anorexia Nervosa  (Normalgewicht erreicht) verbessern sich in der Regel die körperlichen Begleiterscheinungen. Kommt es trotzdem danach zu Rückfällen, dann liegt es größtenteils daran, dass Betroffene stressigen oder belastenden Situationen ausgesetzt waren. Höhere Genesungschancen bei einer Aneroxia Nervosa haben Betroffene, die früher mit der Behandlung begonnen haben. Ebenso solche Personen, die generell durch die Essstörung weniger Gewicht verloren haben und zuvor wenige psychische oder sexuelle verhaltensauffällige Schwierigkeiten hatten.

Antidepressiva sind Medikamente zur Behandlung von Depressionen.

Merkmale

Die antisoziale Persönlichkeitsstörung ist charakterisiert durch ein Verhalten, das durch Täuschung und Manipulation die Rechte und Gefühle anderer und die geltenden sozialen Normen verletzt. Das Verhaltensmuster wird auch als dissoziale Persönlichkeitsstörung, Soziopathie oder Psychopathie bezeichnet. Personen, die an einer antisozialen Persönlichkeitsstörung leiden, verhalten sich rücksichtslos gegenüber den Gefühlen anderer und sind gleichgültig gegenüber den Verletzungen oder den Schäden, die sie anderen zufügen. Sie sind skrupellos, wenn es darum geht, sich einen Vorteil zu verschaffen, und sie erreichen es meist durch ihre charmante, redegewandte und manipulative Art ihren Willen durchzusetzen. Antisoziale Personen verhalten sich verantwortungslos was die sozialen Normen und Verpflichtungen angeht.

Auswirkungen

Personen mit einer antisozialen Persönlichkeitsstörung fallen häufig durch gesetzeswidrige Handlungen auf, wie beispielsweise Raserei, Diebstahl, Vandalismus, Körperverletzung oder Substanzmissbrauch. Sie nehmen dabei weder Rücksicht auf ihre eigene Sicherheit noch auf die anderer Personen, nicht einmal auf die der eigenen Kinder. Auch im familiären Bereich kommt es oftmals zu Gewalttätigkeit und Vernachlässigung der Kinder.

Im beruflichen Bereich zeigt sich ihre Verantwortungslosigkeit in häufigen Fehlzeiten oder grundlosen Kündigungen. Auch was die Finanzen betrifft, zeigen sich Personen mit einer antisozialen Persönlichkeitsstörung verantwortungslos. Sie zahlen beispielsweise Schulden nicht zurück oder versäumen ihre Unterhaltszahlungen. Antisoziale Personen zeigen auch häufig ein rücksichtsloses Verhalten in ihren sexuellen Beziehungen, mit häufigen Partnerwechseln und dem Ausüben bestimmter Sexualpraktiken. Langfristige, monogame Beziehungen können meist nicht beibehalten werden. Sie handeln im Allgemeinen sehr impulsiv, ohne sich Gedanken über die Folgen zu machen.

Aufgrund ihrer geringen Frustrationstoleranz und einer niedrigen Schwelle für aggressives, gewalttätiges Verhalten werden Personen mit einer antisozialen Persönlichkeitsstörung häufig in Prügeleien verwickelt oder brechen diese vom Zaun. Gewissensbisse oder Schuldbewusstsein zeigen sie jedoch nicht. Stattdessen rationalisieren antisoziale Personen ihr Verhalten, beschuldigen andere, dumm oder hilflos zu sein oder einfach nichts Besseres verdient zu haben, bagatellisieren die Folgen oder zeigen sich gänzlich gleichgültig. Aus Bestrafungen lernen sie meist nicht, weshalb viele von ihnen regelmäßig mit dem Gesetz in Konflikt geraten und oft immer wieder Haftstrafen absitzen müssen.

Antisoziale Persönlichkeitsstörung und Kombination mit anderen Störungen
In Kombination mit einer antisozialen Persönlichkeitsstörung können Substanzmissbrauch oder -abhängigkeit, depressive Störungen, Angststörungen, Somatisierungsstörungen, pathologisches Spielen oder andere Störungen der Impulskontrolle auftreten. Oft leiden Betroffene zusätzlich unter einer anderen Persönlichkeitsstörung, insbesondere der Borderline, der histrionischen und der narzisstischen Persönlichkeitsstörung.

Bei Kindern, die eine Störung des Sozialverhaltens oder eine Aufmerksamkeitsdefizit- bzw. Hyperaktivitätsstörung aufweisen, ist das Risiko eine antisoziale Persönlichkeitsstörung zu entwickeln erhöht. Bestimmte Einflussfaktoren, wie Kindesmissbrauch, Vernachlässigung, ungenügende elterliche Präsenz bzw. ein inkonsequenter Erziehungsstil machen es wahrscheinlicher, dass eine Störung des Sozialverhaltens in eine antisoziale Persönlichkeitsstörung übergeht.

Verlauf

Schon bei Kindern mit einer Störung des Sozialverhaltens oder einer Aufmerksamkeitsdefizit- bzw. Hyperaktivitätsstörung fallen die typischen Merkmale einer antisozialen Persönlichkeitsstörung (diese wird erst ab einem Alter von 18 diagnostiziert) auf. So verletzen Kinder mit einer Störung des Sozialverhaltens ständig die Rechte anderer, brechen Regeln, lügen oder betrügen. Kinder mit einer Aufmerksamkeitsdefizit- bzw. Hyperaktivitätsstörung zeigen einen Mangel an Einsicht, handeln nicht vorausschauend, lernen nicht aus Erfahrung, haben eine eingeschränkte Urteilsfähigkeit und können schwer zwischen Fantasie und Realität unterscheiden.

Die antisoziale Persönlichkeitsstörung zeigt einen chronischen Verlauf. Mit zunehmendem Lebensalter (besonders nach dem 4. Lebensjahrzehnt) können vor allem kriminelle Handlungen, aber auch andere antisoziale Verhaltensweisen sowie Substanzmissbrauch, nachlassen.

Zahlen

Es wird von bis zu 3% bei Männern und ca. 1% bei Frauen ausgegangen, die unter einer antisozialen Persönlichkeitsstörung leiden.

Männer sind von der antisozialen Persönlichkeitsstörung häufiger betroffen als Frauen.

Subtypen

Bei dem Störungsbild der antisozialen Persönlichkeitsstörung werden keine Subtypen unterschieden.

Therapie

Für die Behandlung einer antisozialen Persönlichkeitsstörung scheint keine Interventionsform wirklich hilfreich zu sein. Das liegt vor allem an der mangelnden Einsichtsfähigkeit, dem fehlenden Gewissen und der äußerst geringen Motivation sich zu ändern. Meistens begeben sich antisoziale Personen nur aufgrund gerichtlicher Anweisung, auf Drängen des Arbeitgebers oder der Schule oder aufgrund einer anderen komorbiden Störung wie einer Substanzabhängigkeit in Therapie. Der Großteil der antisozialen Personen bricht die Therapie jedoch ab.

In einer Verhaltenstherapie sollen Personen mit einer antisozialen Persönlichkeitsstörung in kognitiven Übungen, Rollenspielen oder Verhaltensübungen soziale und uneigennützige Denkweisen üben. Auch die Milieutherapie, in der Betroffene in therapeutischen Gemeinschaften Verantwortung füreinander übernehmen müssen, wird empfohlen. In Trainingscamps sollen gegenseitige Rücksichtnahme und Selbstvertrauen gestärkt werden. Die Therapieansätze zeigen jedoch im Allgemeinen bei der antisozialen Persönlichkeitsstörung kaum Erfolge.

Anxiolytika sind Medikamente zur Behandlung von Angststörungen.

Die Ätiologie beschreibt die Ursache sowie die evolutionsbedingte Entstehungsgeschichte von Krankheiten.

Autogenes Training ist eine bekannte Entspannungstechnik, mit der man innerhalb kurzer Zeit selbst einen Zustand tiefer Entspannung erreichen kann.

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